{"id":18,"date":"2017-02-14T17:09:02","date_gmt":"2017-02-14T16:09:02","guid":{"rendered":"http:\/\/lernen.softwareschmiede-herndon.de\/?page_id=18"},"modified":"2018-11-08T11:48:05","modified_gmt":"2018-11-08T10:48:05","slug":"kurzbeschreibung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/jugendhilfe-lernenzuleben.de\/?page_id=18","title":{"rendered":"Kurzbeschreibung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zugangsvoraussetzungen<\/strong>:<\/p>\n<p>Das Haus \u201eLernen zu Leben\u201c bietet 12 m\u00e4nnlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Platz zum Leben. Unsere Zielgruppe sind m\u00e4nnliche Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren in Verbindung mit \u00a7 35a SGB VIII. Die Jugendlichen erhalten bei uns f\u00fcr die Dauer ihres Aufenthalts Sicherheit, Struktur und einen Platz zum Leben. Besonders qualifiziert sind wir bei vorliegenden Suchtproblemen und bei akut oder stark gef\u00e4hrdendem Konsumverhalten mit legalen und\/oder illegalen Substanzen. Die Erfahrung zeigt, dass es keine scharfe Trennung zwischen Abh\u00e4ngigkeit und Delinquenz gibt, da beide St\u00f6rungen oft ineinandergreifen.<\/p>\n<p>Falls der Jugendliche aktuell noch konsumiert, ist nach der Aufnahme in der Regel eine qualifizierte station\u00e4re Entgiftung vorgesehen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus werden auch UmA\u00b4s (unbegleitete minderj\u00e4hrige Ausl\u00e4nder) aufgenommen, insofern sie bereit sind, ein abstinenzorientiertes Leben anzustreben. Wir bieten auch Jugendlichen ohne Abh\u00e4ngigkeitsproblematik die M\u00f6glichkeit zu uns zu kommen insofern sie bereit sind, die Regeln des Hauses zu befolgen.<\/p>\n<p>Zu Beginn der Ma\u00dfnahme findet ein 1-w\u00f6chiges Probewohnen statt, w\u00e4hrend dieser Zeit k\u00f6nnen wir den Jugendlichen und der Jugendliche unsere Einrichtung und unser Arbeiten kennen lernen. Nach dem Probewohnen wird in einem ausf\u00fchrlichem Gespr\u00e4ch nochmals die Motivation des Jugendlichen\/jungen Erwachsenen gepr\u00fcft, wenn sich beide Parteien eine weitere Zusammenarbeit vorstellen k\u00f6nnen, kommt es zur entg\u00fcltigen Aufnahme.<\/p>\n<p><strong>Konzeption<\/strong>:<\/p>\n<p>Lange Zeit war (und ist) in Deutschland die Arbeit mit S\u00fcchtigen durch eher restriktive Ma\u00dfnahmen bestimmt. Die Einrichtungen und deren Mitarbeiter gingen von der Notwendigkeit aus, ein gewisses Ma\u00df an Leidensdruck bei ihren Klienten zu erzeugen. Aus diesem Grund wurde postuliert, dass r\u00fcckf\u00e4llige Personen sehr wohl wissen, was ihr Verhalten f\u00fcr Konsequenzen mit sich bringt. Nicht selten bedeutete dieser Umstand f\u00fcr einen r\u00fcckf\u00e4lligen Klienten die disziplinarische Entlassung aus der jeweiligen Einrichtung. Als Grund daf\u00fcr wurde die Gef\u00e4hrdung der anderen Klienten\/Bewohner genannt.<\/p>\n<p>Leider wurde f\u00e4lschlicherweise genau diese Vorgehensweise lange Zeit auf Kinder und Jugendliche \u00fcbertragen. Aus unserer Sicht sind Jugendliche kognitiv noch nicht in der Lage, die Konsequenzen ihres Handelns komplett zu begreifen, dies gilt im Besonderen auch bei Konsum von Drogen\/Alkohol. Dieser Aspekt wird in unserem Konzept besonders ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p><strong>Abstinenz als Ziel<\/strong>:<\/p>\n<p>In vielen Jugendhilfeeinrichtungen ist der sogenannte \u201eabsolut abstinenzorientierte Ansatz\u201c noch immer die prim\u00e4re Arbeitsweise. Die aktuelle Suchtforschung geht mittlerweile davon aus, dass dieser Ansatz nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df ist und durch bedingte Akzeptanz und einem offenen und ehrlichen, konfrontativen Umgang mit R\u00fcckf\u00e4llen bessere Ergebnisse zu erreichen sind.<\/p>\n<p>Ein angemessener Umgang mit den sogenannten \u201elegalen Alltagsdrogen\u201c wie Alkohol und Zigaretten muss von den Jugendlichen meist noch erlernt werden. Diesem Umstand wird ebenfalls Rechnung getragen.<\/p>\n<p>Wir gehen davon aus, dass Menschen mehrere Versuche brauchen um destruktives Verhalten zu \u00fcberwinden bzw. aus diesem herauszuwachsen. Beziehungsabbr\u00fcche sind gerade in Phasen von R\u00fcckf\u00e4llen kontraindiziert. Bei Klienten mit Suchtproblematik ist es von besonderer Bedeutung, konstruktiv mit R\u00fcckf\u00e4llen umzugehen und L\u00f6sungsans\u00e4tze zu entwickeln.<\/p>\n<p>Dies bedeutet nicht, dass Abstinenz nicht als zu erreichendes Ziel dargestellt oder angestrebt wird. Allerdings wird den neueren Erkenntnissen aus der Suchtforschung noch immer nicht oder eher selten Rechnung getragen. Es w\u00e4re naiv zu behaupten, dass alle Menschen mit Suchtproblematik, die sich in einer Ma\u00dfnahme befinden, das Ziel der Abstinenz verfolgen oder erreichen. Das Konzept unserer Jugendhilfe Haus \u201eLernen zu Leben\u201c ber\u00fccksichtigt im Besonderen diesen Sachverhalt. Dabei verfolgen wir einen Mittelweg zwischen dem sogenannten \u201eabstinenzorientierten Ansatz\u201c und dem \u201eakzeptanzorientierten Ansatz\u201c.<\/p>\n<p>Diese Vorgehensweise l\u00e4sst Spielraum bei der Behandlung der Jugendlichen und macht Schluss mit dem \u201eTabu\u201c des R\u00fcckfalls. Mit anderen Worten, das Thema kann verbalisiert werden und muss nicht zwangsl\u00e4ufig mit der disziplinarischen Entlassung enden. Im Gegenteil, diesem Verhalten kann konstruktiv und mit therapeutischen Methoden begegnet werden. Wir belohnen gew\u00fcnschtes Verhalten und belegen ungew\u00fcnschtes Verhalten mit Konsequenzen.<\/p>\n<p><strong>Stufenmodel:<\/strong><\/p>\n<p>Drei Wochen Kontaktpause nach au\u00dfen (Ausnahmen sind Sorgeberechtigte, Professionelle und nicht konsumierende Verwandte)<\/p>\n<p>In der Kontaktpause m\u00fcssen die Jugendlichen im Haus mithelfen. \u00dcber ein Punktesystem wird die Motivation und Zuverl\u00e4ssigkeit bei diesen T\u00e4tigkeiten festgestellt. Bei Erreichen der vorgegebenen Punkte k\u00f6nnen abends Unterhaltungsmedien ausgeliehen werden (Playstation, DVD-Player, Leihfernseher o.\u00e4.).<\/p>\n<p>Der Umgang mit Handys wird mit den Jugendlichen einge\u00fcbt, Handys werden zu festen Zeiten ausgegeben und m\u00fcssen ansonsten abgegeben werden.<\/p>\n<p>Fahrten ins fr\u00fchere Umfeld, in dem die Gefahr des Drogenkonsums besteht, sind die ersten sechs Monate nicht gestattet.<\/p>\n<p>Heimfahrten mit \u00dcbernachtung sind in den ersten sechs Monaten nicht m\u00f6glich. Ausnahmen k\u00f6nnen in Einzelf\u00e4llen bei Jugendlichen, die keine Drogenproblematik aufweisen, erteilt werden.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Schule und Ausbildung:<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Jugendlichen werden nach Ablauf der Kontaktpause und entsprechend ihrer Bed\u00fcrfnisse in die umliegenden Regelschulen vermittelt, auch werden unsere Klienten bei Schule, Praktika und Ausbildung sehr engmaschig von uns betreut. Kurze Wege zu den Lehrern und Ausbildern sowie flankierende Ma\u00dfnahmen wie z. B. Gruppen-, Einzelgespr\u00e4che und ganz praktisch regelm\u00e4\u00dfige Drogenscreenings und Alkoholtests, die nicht zuletzt auch den Jugendlichen ein hohes Ma\u00df an Sicherheit geben sollen, unterst\u00fctzen diesen Prozess.<\/p>\n<p><strong>Freizeit und Erlebnisp\u00e4dagogik:<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Jugendhilfe Haus Lernen zu Leben stellt Jugendlichen und jungen Erwachsenen ihren Bed\u00fcrfnissen entsprechend eine breite Palette von geplanten und organisierten M\u00f6glichkeiten der Freizeitgestaltung zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Wir ermutigen die jungen Menschen, sich freiwillig, bewusst und kritisch auf die Angebote einzulassen. Die W\u00fcnsche der Jugendlichen werden bei der Freizeitgestaltung ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Aktivit\u00e4ten sind z. B.:<\/p>\n<ul>\n<li>Joggen<\/li>\n<li>Schwimmen<\/li>\n<li>kreative Workshops<\/li>\n<li>Vereinsaktivit\u00e4ten<\/li>\n<li>und vieles andere mehr<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Familiengespr\u00e4che:<\/strong><\/p>\n<p>In einer entwicklungsorientierten Jugendhilfe sind begleitende Familiengespr\u00e4che fester Bestandteil unserer Arbeit. Der Prozess der Neuorientierung und Ver\u00e4nderung wird kommunikativ begleitet und durch regelm\u00e4\u00dfige Familiengespr\u00e4che unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Eltern und Familien werden von uns als gleichberechtigte Partner betrachtet, ihnen begegnen wir mit Wertsch\u00e4tzung und Respekt.<\/p>\n<p>Dabei sind wir uns bewusst, dass wir sie nicht ver\u00e4ndern, sondern nur anregen k\u00f6nnen, alte Muster loszulassen und neue Wege auszuprobieren. In den unterschiedlichen Formen der Zusammenarbeit versuchen wir, bei allen Beteiligten Mut auf Ver\u00e4nderung zu wecken, und so den Boden f\u00fcr gute Entwicklungsm\u00f6glichkeiten zu bereiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zugangsvoraussetzungen: Das Haus \u201eLernen zu Leben\u201c bietet 12 m\u00e4nnlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Platz zum Leben. Unsere Zielgruppe sind m\u00e4nnliche Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren in Verbindung mit \u00a7 35a SGB VIII. Die Jugendlichen erhalten bei uns f\u00fcr die Dauer ihres Aufenthalts Sicherheit, Struktur und einen Platz zum Leben. 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